Über uns 

Wer wir sind

Iris und Birgit
links: Iris, rechts: Birgit

Wir sind ein Mutter-Tochter-Gespann aus Delitzsch und Leipzig, das gern näht. Über unser Stadtfest in Delitzsch, das einmal jährlich am ersten Juliwochenende stattfindet, sind wir dazu gekommen, historische Gewänder zu nähen.  

Nach einiger Zeit kam uns der Gedanke, unsere Erfahrungen zu teilen und eine Plattform zu schaffen, Bilder, Anleitungen und Vorlagen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, die wir auch gern bei unseren Projekten gehabt hätten, aber nie gefunden haben.  

 

 

Kontakt:

 

birgit@blaue-rose-naehatelier

  

 

Warum diese Seite? 

Diese Seite ist für alle, die genauso nähbegeistert sind wie wir und kostenlose Hinweise, Anleitungen, Schnittmuster und Stickvorlagen suchen.

 

Hier finden Sie Gewänder für Männer und Frauen, von der Renaissance bis zur Tournüre gibt es Vieles zu sehen. Für einige Langzeitprojekte gibt es auch ausführliche Beschreibungen sowie selbst erstellte Schnitte und Stickmuster als PDF zum Herunterladen. Schauen Sie sich nur um und teilen sie uns mit, was Ihnen gefallen hat und was nicht. Zum Beispiel in unserem Gästebuch.

 

Diese Seite dient zur Hilfe, Inspiration und auch zum Austausch über alles rund um das Nähen. Da wir uns das Nähen selbst beigebracht haben, sind wir natürlich auch nicht allwissend, aber lernbereit. Daher freuen wir uns auch auf Hinweise, Anregungen und neue Ideen von Besuchern unserer Seite, die unseren Horizont erweitern. 

 

Bitte beachten Sie, dass wir keine Nähaufträge annehmen!

 

Woher kommt die Leidenschaft zum Nähen und Sticken? 

Der Ursprung für die Stickbegeisterung liegt in der Erbschaft eines Buches: Encyclopaedie der

weiblichen Handarbeiten von Thérèse de Dillmont. Es enthält sehr gute Anleitungen für Goldstickerei und zahlreiche andere Handarbeiten (Nähen, Stricken, ...). Leider sind einige der erwähnten Materialien nicht mehr zu beschaffen, da das Buch 1888 erstmals herausgegeben wurde, hier ist also Improvisation gefragt. Das Buch kann man übrigens noch heute z.B. über Amazon beziehen.

Das Nähen hat angefangen mit Faschingskostümen, bis wir vor 15 Jahren das Stadtfest unserer Heimatstadt für uns entdeckt haben. Von da an kamen (fast) jedes Jahr ein oder mehrere neue Gewänder hinzu. Die ersten Kleider waren noch relativ einfach und eher historisierend. Inzwischen hat sich unsere Technik verfeinert und die Authentizität hat einen hohen Stellenwert erhalten.   

 

Die "A"-Frage

Unsere Leidenschaft für das Nähen hat mittlerweile zwei Gesichter. Zum Einen nähen wir für das WGT, welches wir jedes Jahr zu Pfingsten besuchen. Hier steht das Ausleben von Kreativität und Fantasie im Vordergrund. Historisch korrekt ist dabei nicht wichtig. Wie langweilig wäre auch ein WGT, in dem alle in historischen Sachen herumlaufen!

 

Die andere Seite unserer Nähleidenschaft ist das Nähen historischer Kleidung für mehr oder weniger offizielle Anlässe. Dabei wollen wir so authentisch wie möglich sein. Hier stellt sich allerdings die Frage: Was ist eigentlich authentisch? Ganz einfach: authentisch sind Originale! Alles andere ist der Versuch, dem Original möglichst nahe zu kommen. Wie weit man sich dabei annähert, ist dem eigenen Anspruch und Geschmack überlassen. Wir verwenden möglichst Stoffe, die den damals verwendeten nahe kommen -  Leinen, Samt, Seide, Baumwolle gab es auch schon recht früh. Das ist allerdings auch immer eine Preisfrage. Nicht jeder hat das Budget, sich teure Samt- und Seidenstoffe zu kaufen. Sofern es nicht zu offensichtlich ist, sehen wir also die Verwendung von Polyester-Stoffen je nach Kleidung und Anlass mehr oder minder kritisch und heben bzw. senken da unsere Ansprüche. 

 

Die verwendeten Schnitte sollen den Originalen möglichst nahe kommen. Allerdings zeigt die Beschäftigung mit den erhaltenen Originalen, dass es auch in vergangenen Zeiten immer mehrere Möglichkeiten gab, ein bestimmtes Kleidungsstück zu nähen. Man sollte sich davor hüten, ein einmal gesehenes Exemplar als die alleinige Wahrheit zu verstehen.

 

Die Handnäherei ist ein viel diskutiertes Thema in der historischen Schneiderei. Das erste Nähmaschinenpatent stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts. Durchgesetzt hat sich die Technik allerdings erst in den 1840er Jahren. Also müsste alles vor Biedermeier eigentlich mit der Hand genäht werden. Wer das möchte, um einmal die Erfahrung der historischen Näherei zu machen, kann es gern tun. Handnäherei hat den Vorteil, dass man sie sehr bequem auf der Couch beim Fernsehen machen kann. Aber sie braucht eben auch Zeit. Wir haben für uns die Regel aufgestellt: Keine sichtbaren Maschinennähte vor 1840! Das Innere einer Kappnaht mit der Hand zu nähen ist sicher spannend aber in unseren Augen nicht nötig. Unsichtbare Säume sind allerdings nur von Hand möglich. Diese Entscheidung muss aber jeder für sich treffen. 

 

Warum besonders viel Renaissance? Warum Cranach? 

Der Hang zur Renaissance kommt von den Stickmustern, die wir angesammelt haben. Der Stil der Epoche gefällt uns am besten. Außerdem fällt auf, dass die Renaissance weniger dargestellt wird als andere Epochen - wie Rokoko oder Gründerzeit - und wenn, dann wird sich meist auf die Tudors in England bezogen. Wir suchten den Bezug zu wahren Personen, die etwas mit unserer Heimatstadt bzw. Umgebung zu tun hatten und stießen auf Heinrich den Frommen mit seiner Familie, die wir seitdem im historischen Umzug darstellen. Der Name Cranach fällt dann unweigerlich.

 

Heinrich der Fromme und Katharina von Mecklenburg
Heinrich der Fromme und Katharina von Mecklenburg

 

Der Name und das Logo

Blaue Rose Logo mit Schriftzug

Der Name "Blaue Rose" hat viele Ursprünge. Unter Heinrich dem Frommen wurde die Reformation im albertinischen Teil Sachsens eingeführt. Das Symbol der Reformation ist die Lutherrose, die brauchten wir also schon einmal. Und warum blau? Einerseits, weil es unseres Wissens bis heute nicht möglich ist, blaue Rosen zu züchten. Außerdem war Blau lange Zeit die teuerste Farbe überhaupt. Die blaue Rose steht also für etwas Besonderes und Seltenes/Unerreichbares - so wie unsere Roben, in denen besonders viel Arbeit steckt und die es so nur einmal gibt. Passenderweise wird Delitzsch auch "Rosenstadt" genannt. Die gekreuzten Nadeln durften als Symbol für das Nähen natürlich nicht fehlen.